Pressemitteilung 02.01.2017

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Anschlag in Istanbul

Beten für Istanbul, beten für die Welt…

Wir hätten auch vor kurzem für Bagdad beten müssen. Auch dort gab es einen verehrenden Anschlag mit mehreren Toten, der von den westlichen Medien aber weitgehend ignoriert wurde. Langsam müssen wir uns daran gewöhnen, dass derartiger Terror zur Normalität wird. Doch sollten wir es uns abgewöhnen für manche mehr Empathie zu empfinden, nur weil sie uns territorial näher stehen. Das Leben eines Menschen, egal wo dieser ums Leben kommt, hat immer den gleichen Wert. Also beten, hoffen und trauern wir weiter um Berlin, Paris, Aleppo, Damaskus, Bagdad, Beirut, Kairo, Brüssel… Der Terror hat sich sozusagen globalisiert und auch das Thema „Cyber – Sicherheit“ wir in den kommenden Jahren massiv an Bedeutung gewinnen.

Aus diesem Grund haben wir auch zu akzeptieren, dass Lösungen nur global betrachtet werden können, mit unterschiedlichen lokalen Ansätzen. Bis wir jedoch so weit sind und auch diejenigen, die den Terrorismus fördern dies begriffen haben, werden wir nur Maßnahmen treffen, um dem Einhalt zu bieten. Die Wurzel des Übels bleibt solange unangetastet. Und selbst dann werden wir für eine ungewisse Periode damit klarkommen müssen, dass die Taktung, mit der Anschläge dieser Art weltweit verübt werden, an Intensivität zunehmen wird.

Der Zentralrat Orientalischer Christen in Deutschland verurteilt den feigen Terrorakt in Istanbul, bei dem mindestens 39 Menschen ums Leben kamen und viele verletzt wurden, aufs Schärfste. War es doch nicht nur ein Angriff auf friedlich feiernde Menschen unterschiedlicher Nationalitäten und Konfessionen, sondern im Besonderen auf ein Angriff auf die westlichen Freiheitswerte. Geschürt durch ein politisches Machtgebaren, das hetzerische Islamofaschisten duldet, ja sogar fördert. Die moralische Verantwortung für diesen Anschlag tragen all diejenigen, die versuchen, Freiheitswerte wie Pressefreiheit, Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit oder die Gleichberechtigung von Mann und Frau durch restriktive Maßnahmen zu unterdrücken.
Unsere Gedanken gelten den Hinterbliebenen der Opfer und den vielen Verletzten. Möge Gott ihnen in diesen schweren Stunden Kraft schenken und den Seelen der Verstorbenen gnädig sein.

München, 02.01.2017

Mike Malke
Zentralrat Orientalischer Christen in Deutschland e.V.

Quellen: ntv, Welt