Weshalb dem Schüler Wissen lehren?

Eine Lehrerin an einem Gymnasium hat mich um meine Mithilfe an einem unterstützenswerten Projekt gebeten.

Ich sagte zu und folgende Antwort brachte mich zum Nachdenken.
Antwort auf meine Bereitschaft, völlig kostenunverbindlich, als freier Journalist und im Namen des ZOCD, aktiv mitzuwirken.

„…Die Schüler sind sehr erstaunt und erfreut, dass Sie sich für unser Projekt interessieren…“

Meine Antwort, übergreifend für alle Projekte die einen friedensschaffenden Charakter haben:

Liebe Frau ………..,

erlauben Sie mir, hierzu ausführlich zu antworten.

„…Die Schüler sind sehr erstaunt und erfreut, dass Sie sich für unser Projekt interessieren…“

Als Sohn von Flüchtlingen erlernte ich erst mit vier Jahren die deutsche Sprache. Mit diesem Schritt erlangte ich Zugang zu Wissen in einer hochmodernen, auf Effizienz getrimmten und äußerst effektiven Gesellschaft.

Dieses Wissen machte es mir möglich, die komplexen Handlungen unserer Welt zu verstehen.

Letztendes war es auch der Zugang zu Wissen, die Fähigkeit dieses strukturiert einzusetzen, gepaart mit der Vernunft einer stark technisch orientierten Gesellschaft, welche mir unglaubliche berufliche Perspektiven ermöglichten.

All dies, in Kombination mit dem Talent welches mir die Schöpfung gab, erlaubte es mir, die Welt zu erkunden.

Die Wüsten, die Wälder, die Berge, die Städte der Erde sind mir bekannt.

Ich traf mich mit Extremisten und Individualisten.
Mit Träumern und Rationalisten.
Mit Politikern von Welt, mit Vertretern von Großkonzernen, Eminenzen, Exzellenzen, Schauspielern, Dichtern, Bischöfen, Imamen, Rabbinern, Atheisten ……..

Sie alle haben es vermocht, selbst die Fanatischsten unter ihnen, mir etwas beizubringen.

Das alles aber, und dies als Ergänzung für ihr Erstaunen weshalb ich mir die Zeit nehme, um mit Ihren Schülern gemeinsam ein sinnvolles Projekt anzugehen, mache ich aus einem einfachen, verständlichen und nachvollziehbaren Grund.

Als junger Mensch, den gerade das Erwachsenwerden prägt, stehen wir im Konflikt mit uns selber und dem Bewusstsein, dass das Leben auf dieser Erde für uns einen Sinn ergeben muss.
Ab diesem Moment werden die Weichen für unser späteres Denken und Handeln gesetzt.

Wenn ich nicht jetzt, in dieser Phase, bei Ihren Schülern bin und mitwirke, wann dann?

Später ist es vielleicht zu spät und wir hätten eventuell die Chance verpasst, dem nächsten Minister, Politiker, Unternehmer das Wissen zu vermitteln, welches nötig ist, um die richtige Entscheidung in vielleicht 20, 30 Jahren zu treffen.

Eine Entscheidung, die eventuell Krieg oder Frieden bedeutet.
Danke, dass ich bei diesem Projekt, in Ihrer Schule, mitwirken darf.

Simon Jacob
Vorsitzender