Terroranschlag auf ägyptische Moschee mit mehr als 305 Toten und 130 Verletzten

Am Freitag, den 24.11.2017 ereignete sich in der Nähe der Provinzhauptstadt El-Arish einer der schwersten Terroranschläge in Ägypten.

Erstmals nahmen Terroristen eine Moschee statt eine Kirche ins Visier. Die Explosionen ereigneten sich nach Ende des Freitagsgebets. Es wurde ebenfalls auf die Menschen geschossen. Ägyptens Regierung kündigte eine dreitägige Staatstrauer an. Bisher hat sich noch keine Terrorgruppe zu diesem Anschlag bekannt. Allerdings vermuten Ermittler die Terrormiliz IS hinter diesem Attentat.

Bereits am selben Abend reagierte die ägyptische Luftwaffe mit schweren Luftschlägen gegen vermeintliche Verstecke, Camps sowie Waffenlager der Terroristen.

Die Terroristen greifen nun Muslime an nachdem sie gescheitert sind, Christen gegen ihre muslimischen Mitbürgerinnen und Mitbürger sowie gegen die Regierung aufzuwiegeln. Damit möchte man das Land politisch, sozial und wirtschaftlich destabilisieren sowie die ägyptische Polizei und das Militär herausfordern und irritieren und das Land in ein Chaos stürzen.

Seit der Absetzung des Präsidenten Mursi im Juli 2013 nach riesigen Massenprotesten mit wohl mehr als 33 Millionen Menschen und mehr als 22 Millionen Unterschriften gegen ihn, kommt es immer wieder zu Anschlägen auf Christen, die Polizei, das Militär und nun selbst auf muslimische Zivilisten, nicht nur auf der Sinai-Halbinsel sondern in vielen Teilen Ägyptens.

Am Samstag, den 25.11.2017 läuteten Ägyptens Kirchen ihre Glocken als Zeichen ihrer Solidarität mit ihren muslimischen Geschwistern. Zudem sprach Seine Heiligkeit Papst Tawadros II sowie weitere Geistliche der Koptisch-Orthodoxen Kirche ihr Beileid für die Angehörigen und das gesamte Land aus und wünschten den Verletzten eine schnelle Genesung.

Dieser Anschlag verdeutlicht, dass der Terror in Ägypten nicht nur militärisch, sondern vor allem ideologisch und intellektuell besiegt werden muss. Die islamische Religionslehre in den Schulen und Universitäten sowie die Predigten in den Moscheen müssen von gewalttätigen Passagen befreit werden, damit es keinen Raum für vermeintliche „Fehlinterpretationen“ mehr gibt. Zusätzlich müssen Fernsehsender sowie Internetseiten geschlossen werden, welche Hass und Intoleranz predigen. All dies hängt von der höchsten sunnitischen Instanz der Welt ab, der Al-Azhar-Universität.. Solange Al-Azhar diese Gruppen sowie ihre Taten nicht als „ungläubig“ bzw. „unmuslimisch“ erklärt, wird Ägypten noch viele derartige Anschläge erleben.

Des Weiteren bestätigt dieser Anschlag auf kuriose Weise die Fortschritte des Landes in den verschiedenen Bereichen von Staat und Gesellschaft z. B. den Bau der neuen Hauptstadt sowie diverser neuer Städte, das Industrie- und Logistikgebiet entlang des „Neuen Suez Kanals“, die Erweiterung der Agrarfläche um 1,5 Millionen Hektar, die Erweiterung der Infrastruktur durch den Bau von Autobahnen, der Bau eines Atomkraftwerks sowie unzählige weitere Projekte. Einige Staaten sind davon alles andere als begeistert und unterstützen daher mit allen möglichen Mitteln den Terror in Ägypten, besonders weil sich ihre Politik gegen den amtierenden Staatspräsidenten richtet, der den Vorgänger und vormaligen Muslimbruder Mursi aus dem Amt gedrängt hat. Die Aktionen der Extremisten sind kaum ohne den Rückhalt von Staaten zu erklären, die ihnen bei der Vorbereitung, aber auch als Rückzugsorte Unterstützung bieten. Diese Staaten dürften maßgeblich dazu beitragen, das Land mit Anschlägen gegen Christen, die Polizei, das Militär und nun sogar Muslime in seinen Entwicklungen aufzuhalten, indem die Moral der Menschen gesenkt wird und damit auch ihre Leistungsfähigkeit im Alltag. Außerdem ist den Extremisten und den sie unterstützenden Staaten das ägyptische Militär ein Dorn im Auge, welches auch im weltweiten Vergleich sehr stark ist und nicht zuletzt von den US-Amerikanern gestützt wird. Würde diese Militärmacht fallen, hätte das eine ganz entscheidende Destabilisierung des Nahen Ostens zur Folge und eine entscheidende Umverteilung der Macht in Ägypten.

Wir sprechen ganz Ägypten unser aufrichtiges Beileid aus und wünschen allen Verletzten eine schnelle Besserung. Möge Gott allen Angehörigen sowie ganz Ägypten Frieden und Trost schenken.

Vorstandsmitglied
Markus Meleka